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FAQ
1. Fragen zur Pädagogik
"2. Wie weiter nach dem Mayenfels – FOS, Lehre, Gymnasium"
3. Kosten und Finanzierung
4. Wechsel an den Mayenfels
"5. Das Umfeld – Elternmitarbeit, Schulweg, Mittagessen"
6. Fragen an „eingesessene“ Familien am Mayenfels
Es gibt viele äusserliche Unterschiede zur staatlichen Schule: Epochenunterricht, zwei Fremdsprachen ab der 1. Klasse, Klassenlehrerzeit über 7 Jahre, deutlich mehr Handwerk und Kunst, usw. Der eigentliche Unterschied liegt aber in der Haltung der Lehrkraft zum Kind. Die Begleitung des Kindes und die Beobachtung der Entwicklung des Kindes in enger Zusammenarbeit mit den Eltern und die Förderung des sozialen Verhaltens im Klassenverband sind besondere Stärken der Schule.
Der Lehrplan der Steiner Schule umfasst 12 Schuljahre. Die Lerninhalte werden systematisch aufgebaut: was in der Unterstufe als Erlebnis an das Kind herankommt, wird in der Oberstufe mit der Erkenntnis durchgerungen. Jeder aufwachsende Mensch sollte heute das Recht auf 12 Jahre Allgemeinbildung haben. Nach dem Abschluss der 9. Klasse sind die Jugendlichen meistens noch nicht in der Lage die richtige Berufswahl zu treffen.
Die Kinder können sich in einer anerkennenden Umgebung besser entwickeln, als wenn sie zu früh Druck ausgesetzt sind. Es entsteht ein gesundes Selbstvertrauen und die Fähigkeit, sich selbst richtig einzuschätzen. Als Erwachsene helfen ihnen genau diese Fähigkeiten sich in einer fordernden Welt durchzusetzen.
Die Motivation zu lernen entsteht, wenn die Lerninhalte im richtigen Zeitpunkt an das Kind herangetragen werden. Während im jüngeren Alter das Kind durchaus noch der Lehrkraft zuliebe lernt, entsteht in den oberen Klassen der Wunsch des Jugendlichen, eine Bewertung seiner Leistungen und Ergebnisse zu haben. Diese Bewertung erhalten die Jugendlichen auch an der Steiner Schule. Ein Lernen nur für Noten wird vermieden.
Wenn man die Fähigkeiten im Künstlerischen, im Handwerklichen, im Sozialen gleichwertig dazuzählt, lernen die Kinder an der Steiner Schule mehr als an der staatlichen Schule. Der intellektuelle Stoff wird an der Steiner Schule in den ersten Klassen langsamer an das Kind herangetragen, als an der staatlichen Schule. In den oberen Klassen gleicht sich das Niveau an. Mit der entsprechenden Begabung können Schüler der Steiner Schule problemlos auch die Matur schaffen.
Ab der 6. Klasse beginnt der Physikunterricht und ab der 7. Klasse der Chemieunterricht. Das ist das richtige Alter, um die dafür notwendigen logischen Denkvorgänge von den Kindern zu fördern. Auf dieser Altersstufe geht es besonders um intensive Erlebnisse und Sinneserfahrungen in diesen Fächern. Dabei ist die Abstraktion durch den Computer nur bedingt brauchbar. In der Oberstufe werden die technischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhänge mit der Erkenntnis durchdrungen. Dabei findet auch der sinnvolle Einsatz der heutigen Technik statt. Allerdings geht es heutzutage darum, für alle Menschen einen Freiraum von der medialen Überbeanspruchung zu schaffen und einen bewussten und kritischen Umgang damit zu lernen. Dies gehört zu den Zielen der Steiner Schule.
An der Steiner Schule gibt es viele Elemente, die das Sozialverhalten positiv beeinflussen: die langjährige Klassengemeinschaft ohne Selektion, gemeinsame Aufführungen, Lager, gemeinsames Mittagessen, der gesamte künstlerischer Unterricht (Eurythmie!) usw. Verständnis gegenüber dem anderen, Zuhören, konstruktive Kritik üben und aushalten, Anerkennen der Fähigkeiten anderer, Rücksichtnahme, Teilen und gegenseitiges Helfen werden in jedem Unterrichtsfach gefördert.
Durch die Ausbildung der sozialen Fähigkeiten werden die anderen Unterrichtsinhalte nicht vernachlässigt, sondern eher gefördert. In einer guten Gruppe lernt es sich besser und motivierter. Die Methodik des Unterrichts an der Steiner Schule bewirkt, dass die Neugier auf Neues erhalten bleibt, und die Jugendlichen am Ende der Schulzeit nicht lernmüde sind. Besser als andere können sich die Jugendlichen Wissen selbst aneignen und zielführend Probleme anpacken.
Im Unterricht werden sowohl Kopf, Herz und Hand, also Denken, Fühlen und Handeln gleichmässig angesprochen. Dadurch sind alle Kinder auf die eine oder andere Weise permanent gefordert. In den oberen Klassen sind immer öfter individuelle Aufgaben zu erfüllen, die je nach Fähigkeiten des Jugendlichen an Umfang variieren können. Die 12-jährige Schulzeit gipfelt in einer halbjährigen Abschlussarbeit, die am Ende vor grossem Publikum dargestellt wird.
In der Steiner Schule lernen Buben und Mädchen Stricken. 1919, bei der Eröffnung der ersten Steiner Schule, war das eine Revolution. Heute ist es eine neurologische Erkenntnis, dass die Förderung der handwerklichen Geschicklichkeit und der Feinmotorik sich auch fördernd auf die Denkkräfte, die Konzentration und das Gehirn auswirken. „Den roten Faden behalten!“ bedeutet, dass man gedanklich nicht vom Thema abweicht.
Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die Rudolf Steiner selbst entwickelt hat. Die Bewegungen werden auf Musik oder gesprochene Sprache ausgeführt. Bei der Ausführung der Bewegungen kommt es weniger auf Kraft, wie etwa beim Turnen, sondern mehr auf die Schönheit an, wie etwa beim Geigenton oder bei einem gemalten Bild. Wenn Eurythmie in der Gruppe ausgeführt wird, wie im Unterricht, werden Konzentration und Sozialverhalten auf besondere Art gefördert.
Das Kollegium an der RSS Mayenfels ist sehr engagiert und kompetent. Die Menschen, die dort unterrichten, tun dies eben nicht in erster Linie wegen des Geldes, sondern weil sie davon überzeugt sind, dass eine positive, friedliche Zukunft der Menschheit von der Entwicklung und Ausbildung der Kinder abhängt und sie das Ihre dazu beitragen wollen. Selbstverständlich sind sie ausgebildet und qualifiziert. Sie haben üblicherweise eine 4jährige berufsbegleitende Ausbildung oder ein 2jähriges Vollzeitstudium hinter sich. Der Mayenfels fordert von seinen Lehrkräfte eine spezielle, anthroposophisch fundierte Ausbildung. Es gibt häufig Quereinsteiger, die ihre Lebenserfahrung aus anderen Berufsfeldern in den Unterricht einbringen.
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