Fragen und Antworten – Entscheidungshilfen

1. Fragen zur Pädagogik

1.1. Was ist speziell an der Pädagogik der Steiner Schulen?

Die Steiner Schule orientiert sich bei allem Unterricht an der Entwicklungssituation des Kindes. Die Entwicklung des Kindes wird so durch die Lerninhalte gefördert. Es geht darum, welches Wissen und welche Fähigkeiten, das Kind wann für seine Entwicklung braucht.

1.2. Was macht die Steiner Schule anders? Was soll besser sein?

Es gibt viele äusserliche Unterschiede zur staatlichen Schule: Epochenunterricht, zwei Fremdsprachen ab der 1. Klasse, Klassenlehrerzeit über 7 Jahre, deutlich mehr Handwerk und Kunst, usw. Der eigentliche Unterschied liegt aber in der Haltung der Lehrkraft zum Kind. Die Begleitung des Kindes und die Beobachtung der Entwicklung des Kindes in enger Zusammenarbeit mit den Eltern und die Förderung des sozialen Verhaltens im Klassenverband sind besondere Stärken der Schule.

1.3. Ist die Steiner Schule eher etwas für Kinder/Jugendliche mit Lernschwierigkeiten?

Die Steiner Schule ist für Kinder, die auch eine Regelschule besuchen könnten. Der Anteil an SchülerInnen mit Lernschwierigkeiten ist nicht höher als an der staatlichen Schule.

1.4. Lohnt es sich, 12 Jahre zur Schule zu gehen, wenn doch eigentlich nur 9 nötig sind?

Der Lehrplan der Steiner Schule umfasst 12 Schuljahre. Die Lerninhalte werden systematisch aufgebaut: was in der Unterstufe als Erlebnis an das Kind herankommt, wird in der Oberstufe mit der Erkenntnis durchgerungen. Jeder aufwachsende Mensch sollte heute das Recht auf 12 Jahre Allgemeinbildung haben. Nach dem Abschluss der 9. Klasse sind die Jugendlichen meistens noch nicht in der Lage die richtige Berufswahl zu treffen.

1.5. Die Steiner Schulen arbeiten doch mit einer Kuschelpädagogik, werden die Kinder überhaupt auf das richtige Leben vorbereitet? Ist die Steiner Schule nicht etwas realitätsfremd?

Die Kinder können sich in einer anerkennenden Umgebung besser entwickeln, als wenn sie zu früh Druck ausgesetzt sind. Es entsteht ein gesundes Selbstvertrauen und die Fähigkeit, sich selbst richtig einzuschätzen. Als Erwachsene helfen ihnen genau diese Fähigkeiten sich in einer fordernden Welt durchzusetzen.

1.6. Lernen die Schüler überhaupt, wenn sie keine Noten bekommen?

Die Motivation zu lernen entsteht, wenn die Lerninhalte im richtigen Zeitpunkt an das Kind herangetragen werden. Während im jüngeren Alter das Kind durchaus noch der Lehrkraft zuliebe lernt, entsteht in den oberen Klassen der Wunsch des Jugendlichen, eine Bewertung seiner Leistungen und Ergebnisse zu haben. Diese Bewertung erhalten die Jugendlichen auch an der Steiner Schule. Ein Lernen nur für Noten wird vermieden.

1.7. Wie misst man denn, ob sie etwas lernen?

Jede Lehrkraft kennt die Fähigkeiten des Kindes durch den mündlichen Unterricht, die Heftarbeit, Hausaufgaben, Tests usw. In Schriftzeugnissen wird die individuelle Entwicklung des Kindes jedes Jahr festgehalten.

1.8. Lernen denn die Kinder an einer Steiner Schule gleichviel wie an einer Staatsschule, wenn sie soviel weniger Druck ausgesetzt sind als dort?

Wenn man die Fähigkeiten im Künstlerischen, im Handwerklichen, im Sozialen gleichwertig dazuzählt, lernen die Kinder an der Steiner Schule mehr als an der staatlichen Schule. Der intellektuelle Stoff wird an der Steiner Schule in den ersten Klassen langsamer an das Kind herangetragen, als an der staatlichen Schule. In den oberen Klassen gleicht sich das Niveau an. Mit der entsprechenden Begabung können Schüler der Steiner Schule problemlos auch die Matur schaffen.

1.9. Lernen die Kinder genug Mathematik und Sprachen, so dass sie eine vergleichbare Ausbildung haben wie Schüler der Staatsschulen?

Das oben Gesagte gilt auch für die Fächer Mathematik, Deutsch und die 2 Frendsprachen Englisch und Französisch. Englisch und Französisch werden ab der ersten Klasse sehr spielerisch unterrichtet und gleichen sich im Laufe der Jahre den Anforderungen der Staatsschule an.

1.10. Erhalten die Schülerinnen und Schüler auch eine technisch-naturwissenschaftliche Ausbildung?
Wie steht es mit IT und Computerwissen?

Ab der 6. Klasse beginnt der Physikunterricht und ab der 7. Klasse der Chemieunterricht. Das ist das richtige Alter, um die dafür notwendigen logischen Denkvorgänge von den Kindern zu fordern. Auf dieser Altersstufe geht es besonders um intensive Erlebnisse und Sinneserfahrungen in diesen Fächern. Dabei ist die Abstraktion durch den Computer nur bedingt brauchbar. In der Oberstufe werden die technischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhänge mit der Erkenntnis durchdrungen. Dabei findet auch der sinnvolle Einsatz der heutigen Technik statt. Allerdings geht es heutzutage darum, für alle Menschen einen Freiraum von der medialen Überbeanspruchung zu schaffen und einen bewussten und kritischen Umgang damit zu lernen. Dies gehört zu den Zielen der Steiner Schule.

1.11. Wie wird denn soziale Kompetenz gelehrt?

An der Steiner Schule gibt es viele Elemente, die das Sozialverhalten positiv beeinflussen: die langjährige Klassengemeinschaft ohne Selektion, gemeinsame Aufführungen, Lager, gemeinsames Mittagessen, der gesamte künstlerischer Unterricht (Eurythmie!) usw. Verständnis gegenüber dem anderen, Zuhören, konstruktive Kritik üben und aushalten, Anerkennen der Fähigkeiten anderer, Rücksichtnahme, Teilen und gegenseitiges Helfen werden in jedem Unterrichtsfach gefördert.

1.12. Sind die Jugendlichen nach der Steiner Schule zwar sozial kompetent, aber sonst schlecht ausgebildet?

Durch die Ausbildung der sozialen Fähigkeiten werden die anderen Unterrichtsinhalte nicht vernachlässigt, sondern eher gefördert. In einer guten Gruppe lernt es sich besser und motivierter. Die Methodik des Unterrichts an der Steiner Schule bewirkt, dass die Neugier auf Neues erhalten bleibt, und die Jugendlichen am Ende der Schulzeit nicht lernmüde sind. Besser als andere können sich die Jugendlichen Wissen selbst aneignen und zielführend Probleme anpacken.

1.13. Eignet sich die Schule für Kinder, die zuhause Englisch sprechen?

Grundsätzlich ist die Unterrichtssprache in der Steiner Schule Deutsch. Die Schule eignet sich aber durchaus für Kinder, die zuhause Englisch sprechen, weil sie eine starke Gemeinschaft ist, die integrierend und somit auch sprachfördernd wirkt.

1.14. Kinder, die zu wenig gefordert werden, können als Teenager extrem mühsam werden. Was macht ihr mit Teenagern, die mehr wollen und an die Grenzen gehen?

Im Unterricht werden sowohl Kopf, Herz und Hand, also Denken, Fühlen und Handeln gleichmässig angesprochen. Dadurch sind alle Kinder auf die eine oder andere Weise permanent gefordert. In den oberen Klassen sind immer öfter individuelle Aufgaben zu erfüllen, die je nach Fähigkeiten des Jugendlichen an Umfang variieren können. Die 12-jährige Schulzeit gipfelt in einer halbjährigen Abschlussarbeit, die am Ende vor grossem Publikum dargestellt wird.

1.15. Werden die Kinder/Jugendlichen nicht durch die Anthroposophie indoktriniert?

In der Steiner Schule ist Anthroposophie nirgends im Lehrplan enthalten. Als Unterrichtsinhalt taucht sie nicht auf. Die Steiner Schule ist keine Weltanschauungsschule.

1.16. Muss man Anthroposoph sein, damit die Kinder an die Steiner Schule können?

Für die Eltern ist Anthroposophie keine Voraussetzung. Eine Beschäftigung mit der Steinerpädagogik und das Mittragen der erzieherischen Impulse der Schule von zuhause sind jedoch sehr wichtig.

1.17. Muss man christlich sein, damit die Kinder an die Steiner Schule können?

Nein. Die Steiner Schule ist allen Bevölkerungsschichten zugänglich, unabhängig von ethnischer Herkunft, religiöser und politischer Haltung und wirtschaftlicher Situation.

1.18. Warum gibt es an der Steiner Schule so viel Gestricktes?

In der Steiner Schule lernen Buben und Mädchen Stricken. 1919, bei der Eröffnung der ersten Steiner Schule, war das eine Revolution. Heute ist es eine neurologische Erkenntnis, dass die Förderung der handwerklichen Geschicklichkeit und der Feinmotorik sich auch fördernd auf die Denkkräfte, die Konzentration und das Gehirn auswirken. „Den roten Faden behalten!“ bedeutet, dass man gedanklich nicht vom Thema abweicht.

1.19. Was ist Eurythmie und wozu soll sie gut sein?

Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die Rudolf Steiner selbst entwickelt hat. Die Bewegungen werden auf Musik oder gesprochene Sprache ausgeführt. Bei der Ausführung der Bewegungen kommt es weniger auf Kraft, wie etwa beim Turnen, sondern mehr auf die Schönheit an, wie etwa beim Geigenton oder bei einem gemalten Bild. Wenn Eurythmie in der Gruppe ausgeführt wird, wie im Unterricht, werden Konzentration und Sozialverhalten auf besondere Art gefördert.

1.20. Wie sind denn die Lehrkräfte am Mayenfels qualifiziert? Sind die als Lehrer ausgebildet?

Das Kollegium an der RSS Mayenfels ist sehr engagiert und kompetent. Die Menschen, die dort unterrichten, tun dies eben nicht in erster Linie wegen des Geldes, sondern weil sie davon überzeugt sind, dass eine positive, friedliche Zukunft der Menschheit von der Entwicklung und Ausbildung der Kinder abhängt und sie das Ihre dazu beitragen wollen. Selbstverständlich sind sie ausgebildet und qualifiziert. Sie haben üblicherweise eine 4jährige berufsbegleitende Ausbildung oder ein 2jähriges Vollzeitstudium hinter sich. Der Mayenfels fordert von seinen Lehrkräfte eine spezielle, anthroposophisch fundierte Ausbildung. Es gibt häufig Quereinsteiger, die ihre Lebenserfahrung aus anderen Berufsfeldern in den Unterricht einbringen.

2. Wie weiter nach dem Mayenfels – FOS, Lehre, Gymnasium

2.1. Kann mein Kind nach den 9 obligatorischen Schuljahren mit Gymnasium, Berufsschule und/oder Lehre weitermachen? Was kann man überhaupt für Abschlüsse machen? Wird der Abschluss einer Steiner Schule anerkannt?

Nach der 9. Klasse wechseln die meisten Schülerinnen und Schüler an die Oberstufen der Steiner-Schulen in der Region.  Prinzipiell nimmt man an der Steiner Schule an, dass die Schülerinnen und Schüler 12 Schuljahre absolvieren, und erst dann eine weiterführende Schule besuchen, aber sie können nach der 9. Klasse die Schule auch verlassen und den Weg weiter gehen, wie wenn sie eine Staatsschule absolviert hätten. Etwa 10–20% pro Jahrgang machen das so.  Alles auch ausführlich unter: Kompass der Steiner Schulen

2.2. Wenn doch die Kinder keine Noten bekommen, haben sie doch bei der Lehrstellensuche keine Chancen.

Aus dem individuellen Schriftzeugnis lässt sich selbstverständlich ein Notenzeugnis ablesen, das auf Wunsch auch ausgestellt wird. In den letzten zwei Jahren der Mittelstufe (8. und 9. Klasse) sowie in den drei Jahren an der FOS, haben die Steiner Schüler auch Noten, es gibt also in dieser Beziehung keinen Unterschied zu anderen Schulen. In handwerklichen Berufen haben die Abgänger der Steiner Schulen bessere Chancen auf Lehrstellen, weil sie während der Schulzeit auch im handwerklichen Bereich besser ausgebildet wurden (Werken, Plastizieren, Handarbeit, Gartenbau, etc.).

2.3. Haben denn die Schülerinnen und Schüler auch eine Chance, die Matur zu machen?

Überdurchschnittlich viele Jugendliche machen im Vergleich zur Staatsschule nach den 12 Schuljahren / nach der FOS die Matur. Die Maturvorbereitung an der FOS bereitet die Jugendlichen mit entsprechenden Leistungen optimal auf die Matur vor. Zitat eines arrivierten Lehrers am Leonhardgymnasium (Basel): „Die Steiner Schüler, die zu uns kommen, sind viel interessierter als andere Schüler. Eine Frage reicht, und die Diskussion geht los.“

3. Kosten und Finanzierung

3.1.  Warum soll ich für die Schule etwas zahlen?

Wenn Sie zwei Bäcker zur Auswahl hätten, – beim einen kostet das Brötchen 1 Franken, beim anderen ist es gratis, – bei welchem Bäcker würden Sie ihre Brötchen kaufen? Natürlich beim zweiten, ausser wenn …

Das ist die Situation der Eltern in der Schweiz. Eltern, die für ihr Kind eine Privatschule wählen, müssen dafür bezahlen, an der staatlichen Schule ist es kostenlos. Das widerspricht dem Menschenrecht auf freie Schulwahl, weil sich so nicht jede Familie die freie Schulwahl leisten kann. Andere Staaten finanzieren Privatschulen bis zu 80%.

3.2. Ist die Schule nicht sehr teuer?

Die Kosten sind einkommensabhängig, sind aber gegen oben und unten plafoniert. Auch sind es Familienbeiträge und nur beschränkt von der Anzahl Kinder abhängig. Die Schule lebt finanziell von der Solidarität der Eltern und der Lehrkräfte.

4. Wechsel an den Mayenfels

4.1. Ist ein Einstieg jederzeit möglich?

Das Recht auf freie Schulwahl in der Schweiz gestattet den Schulwechsel zu jedem Zeitpunkt. Am Mayenfels beginnt das Aufnahmeverfahren mit einem unverbindlichen Vorgespräch. Danach finden ein Gespräch mit der Klassenlehrkraft und ein Gespräch mit der Elternbeitragskommission statt. Wenn alle Gespräche positiv verlaufen sind, steht einem Schulwechsel nichts mehr entgegen.

4.2. Wie schnell kann man wechseln?

Wenn es für das Kind und sein Wohl wichtig ist, kann der Mayenfels den Eintritt recht schnell ermöglichen (2 – 3 Wochen).

4.3. Warum soll ich mein Kind aus der Gemeinschaft im Dorf und dem sozialen Umfeld herausnehmen? Ich habe Angst, dass mein Kind nachher im Dorf nicht mehr integriert ist und wir als seltsam betrachtet werden. Ist das so und wenn ja, was sollen wir tun?

Es kommt darauf an, was einem wichtiger ist: das soziale Umfeld im Dorf oder das soziale Umfeld einer guten Schule. Diese Entscheidung liegt bei den Eltern. Wenn ein Kind bereits im Dorf Freunde hat oder im Sport oder Musikverein aktiv ist, nimmt es in der Regel auch weiterhin am Dorfgeschehen teil.

5. Das Umfeld – Elternmitarbeit, Schulweg, Mittagessen

5.2. Ich möchte, wenn ich schon bezahle, mein Kind zur Ausbildung an die Schule abgeben und möglichst wenig mit der Schule zu tun haben. Funktioniert das am Mayenfels?

Das funktioniert definitiv nicht. Die Schule versteht sich als aktive Gemeinschaft von Eltern und Lehrern für die Kinder. Eltern werden ins Schulleben und die Entwicklung an der Schule miteinbezogen, sie leisten Elternmithilfe, nehmen teil an Veranstaltungen und helfen bei deren Organisation. Die Schule lebt auch durch die aktive Mithilfe der Eltern.

5.3. Elternmithilfe: Muss man da für die Schule arbeiten?

Der Mayenfels hat ca. 35 angestellte MitarbeiterInnen, zusammen rund 23 Vollzeitstellen. Darin enthalten sind das Sekretariat, die Finanzverwaltung, der Hauswart, die Reinigungsfachfrauen, die Grundstückspflege durch die Gartenbaulehrerin und die Schulärztin, zusammen rund 3 Vollzeit – Stellen. (Die TherapeutInnen arbeiten auf eigene Rechnung an der Schule.) Das ist alles sehr knapp bemessen und würde nicht ausreichen, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Deshalb ist die Elternmitarbeit in den Gremien und in bestimmten Aufgabenbereichen dringend erforderlich. Dies darf man aber nicht als Bürde ansehen, sondern als Chance! Dies ist der Weg, wie Sie als Eltern Teil des Mayenfels werden. Jeder und jede hilft mit, die Schule zu ermöglichen.

5.4. Ist das Mittagessen gut?

Seit Jahrzehnten bietet der Mayenfels eine Mittagsverpflegung an und ermöglicht dadurch die direkte Fortsetzung des Unterrichts am Nachmittag. Alle Schüler und Schülerinnen, die Nachmittagsunterricht haben, nehmen daran teil. Die Organisation besorgt seit 2014 die Eingliederungsstätte Baselland (ESB). Sie bietet Lehrstellen/geschützte Arbeitsstellen am Mayenfels an. Die Mensa bietet abwechslungsreiches, hochwertiges, meist biologisches Essen an.

5.5. Darf/kann man die Kinder an die Schule fahren?

Alle Schüler und Schülerinnen laufen täglich bei jedem Wetter vom Bahnhof zum Mayenfels und wieder zurück. Dafür müsste die Schule in unserer bewegungsarmen Zeit einen Verdienstorden für Gesundheitspflege erhalten. Im Laufe von neun Jahren bildet sich so eine Konstitution, die durch das ganze Leben hält. Wenn einzelne Kinder mit dem Auto bis zur Schule gefahren würden, würden dabei die anderen laufenden Kinder gefährdet und benachteiligt. Einsichtige Eltern werden deshalb ihre Kinder nicht bis zur Schule fahren, für die anderen ist es verboten.

5.6. Gibt es einen Schulbus vom Bahnhof zur Schule?

Nein, aber die Kleinsten werden vom Bauernhof (auf dem halben Weg zum Bahnhof) zur Schule von einer Lehrperson begleitet und auch wieder dort hin gebracht.

6. Fragen an „eingesessene“ Familien am Mayenfels

6.1. Warum schicken Sie Ihre Kinder an den Mayenfels?

Familie Weidmann-Frey: Wir wollten unsere Kinder von einer Kleinfamilie in den Schoss einer Grossfamilie in wunderbarer Umgebung mit grossem Garten und Tieren geben.

Wir entschieden uns für enorm engagierte Lehrer, die für einen im Vergleich zur Leistung bescheidenen Lohn täglich ihr Bestes geben und unsere Kinder als Persönlichkeiten mit ihrem ureigenen Charakter mit allen Stärken und auch Schwächen wahrnehmen und fördern und wo nötig auch mal bremsen.

Uns war wichtig, dass nicht nur der Intellekt gefördert wird, sondern das Kind ganzheitlich wahrgenommen und Kopf, Herz und Hand gebildet werden, wobei durch die Bildung von Herz und Hand auch der Kopf vermehrt auf seine Kosten kommt.
So wachsen Menschen auf, die fest auf dem Boden stehen, motiviert und nicht (oder sicher weniger) schulmüde sind, interessiert und neugierig und mit offenen Augen auf die Welt und ihre Zukunft zugehen und über eine hohe Sozialkompetenz verfügen.

Dass dies nicht nur Wunschvorstellungen sind und waren, sondern diese Ziele auch wirklich erreicht werden können, sehen wir täglich an unseren Kindern, die bereits in den oberen Klassen am Mayenfels, bzw. der FOS Muttenz (mit Ziel Matur) sind. Auch sie sagen heute bereits selber, dass sie, sollten sie einmal eigene Kinder haben, diese in eine Rudolf Steiner-Schule geben werden.

6.2. Was sind Ihre Erfahrungen, die Sie am Mayenfels machen?

Familie Striebel-Di Giovanni: Unsere drei Kinder durften ohne Noten und somit angst- und stressfrei lernen; dieses Geschenk hat uns der Mayenfels gegeben. Sie haben die Freude am Lernen nicht verloren,  fühlten sich als Menschen wahrgenommen und haben nach dem Besuch der FOS als weltoffene, kreative, intelligente Persönlichkeiten die Rudolf-Steiner-Schule verlassen, ausgerüstet mit allem was es braucht, um den Übergang ins öffentliche Gymnasium zu bewältigen, und dieses mit Erfolg zu bestehen.

Wir sind froh darüber, dass wir unsere Kinder auf diesem Weg, in enger Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft und den anderen Schuleltern, haben begleiten dürfen. Die Schule war unser teuerstes, mit Liebe und Freude ausgeführtes Hobby!

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Familie Marhenke: Wir Eltern glauben, dass wir mit dem Mayenfels die richtige Schulwahl für unsere Kinder getroffen haben und geben Ihnen hier unsere guten Gründe:

Dass Kinder angstfrei lernen dürfen, ist die Grundvoraussetzung für ein gesundes Heranwachsen und auf dem Mayenfels sehen wir, wie breit hier Bildung angelegt wird. Ein breites, vielseitiges und stabiles Fundament ist die Grundlage für ein freudiges, lebenslanges Lernen.

Lernoffenheit als kostbares Gut ins Erwachsenenleben mitnehmen zu dürfen, das hat viel damit zu tun, wie die Kinder in ihrer Schulzeit lernen dürfen. Das alles ist auf dem Mayenfels möglich und dafür sind wir dankbar!

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Familie Vavrecka: Seit unsere Kinder am Mayenfels sind, beobachten wir, wie ausgeglichen und glücklich sie sind, und gleichzeitig wachsen ihre intellektuellen Fähigkeiten genau wie ihre soziale Kompetenz. Es ist uns wichtig, dass sie hier nicht einfach Schulstoff pauken müssen, sondern sich ihre eigenen Gedanken beim Entdecken der Welt machen dürfen und so zu kreativen Persönlichkeiten mit Ideen und Gefühl für die weitere Entwicklung unserer Gesellschaft heranwachsen.

Für uns als Familie schätzen wir, dass wir hier am Mayenfels Teil einer Gemeinschaft sind, mit der wir auch neben der Schule Freundschaft erfahren, Feste feiern und Kultur erleben dürfen.

 

Blickpunkt Nr. 7

Hier finden Sie die Broschüre Blickpunkt Nr. 7 vom Bund der Freie Waldorfschulen Deutschland.
21. Fragen – oder was Sie schon immer über die Waldorfschule wissen wollten.
Diese Fragen wurden für die deutschen Waldorfschulen konzipiert – treffen aber mehrheitlich auch auf die Schweizer Rudolf Steiner Schulen zu.