Heileurythmie

„Wie ein Bildhauer bearbeitet der Mensch seinen Körper – ein Leben lang. Nur verwendet er Bewegung und Bewusstsein statt Hammer und Meissel.“ Dr. med. Christian Larsen

Die stärkste „Bearbeitung“ findet statt in Kindheit und Jugend, in der Zeit also, in der Leibliches und Seelisch-Geistiges im Einklang miteinander und mit der Welt sich entwickeln. Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn bei diesem vielschichtigen Geschehen auf der einen oder der anderen Seite kleinere oder grössere Disharmonien, Entwicklungsverzögerungen oder Erkrankungen auftreten, Hindernisse, an deren Überwindung neue Kräfte gebildet werden können. Gerade das aktive Tun im Sinne von „Bewegung und (kindgemässem) Bewusstsein“, angeleitet und begleitet vom diplomierten Heileurythmisten, kann hier positive Wirkungen entfalten.

Heileurythmie ist eine von Rudolf Steiner im Jahre 1921 inaugurierte Bewegungstherapie, die seither für die damit vertrauten Ärzte eine unentbehrliche Bereicherung ihrer Möglichkeiten bildet. Sie stellt eine Spezialisierung in Richtung therapeutischer Wirksamkeit der zunächst als Bewegungskunst ausgebildeten Eurythmie dar. In dieser wird die innere Gesetzmässigkeit der Laute und Töne in Sprache und Musik durch Bewegungen des ganzen Menschen zum künstlerischen Ausdruck gebracht. In der Heileurythmie werden diese Bewegungen so verwandelt, dass sie auf den Ausübenden zurückwirken und in ihm die Kräfte anregen, die der Bildung und den Funktionen des Organismus zugrundeliegen.

In Absprache mit den Eltern und dem Hausarzt werden unter anderem behandelt:

Essstörungen (z.B. Magersucht und Übergewicht), Verstopfung, Rhythmische Störungen (z.B. Schlafstörungen), Haltungsanomalien, Verspannungen, Tics, Konzentrationsschwächen, Ungeschicklichkeit, Legasthenie/ Dyskalkulie, Wachstumsstörungen und Deformationen (z.B. bei der Zahnentwicklung), Sprachentwicklungsverzögerungen und -störungen, Zappeligkeit, Bettnässen, Ängste, Leistungsabfall, Allergien und asthmatische Erkrankungen, Aggressivität, kindliche Depression, Augenfehlentwicklungen (.z.B. Schielen).

In der Heileurythmie wird der ganze Mensch berücksichtigt. Immer sind der tätige Wille und die erlebende Seele aktiv gefordert. So werden die Selbstheilungskräfte geweckt und unterstützt. Vor allem im Schulalltag lässt sich die nötige innere Ruhe und Konzentrationsfähigkeit leichter aufbringen, wenn die kindliche Organisation ausgeglichen ist und der Körper harmonisch funktioniert. Das Kind kann gezielter handeln und natürliche Lebensfreude entfalten.

Die Heileurythmie wird von den meisten Krankenkassen (Zusatzversicherung) bezahlt.